Fotograf Dresden

XP-Pen 22″ Pen Display zur Fotoretusche, meine Meinung

Ich habe schon geraume Zeit teilweise mit iPad 3 und einem Wacom Bluetoothstift in Zusammenhang mit Astropad direkt am Display retuschiert. Dieser Ansatz hat allerdings ein bis zwei Haken. Zum einen ist der Bildschirm des iPads sehr klein und die Auflösung im nutzbaren Bereich begrenzt, desweiteren ist der Wacom Stylus nicht sonderlich genau, da das Tablet nicht für diesen Gebrauch angedacht ist. Mit diesen Problemen konfrontiert spielte ich schon des längeren mit dem Gedanken ein dediziertes Grafiktablet mit Display anzuschaffen. Also was sind meine Anforderungen? 13 Zoll, zu klein und 15 Zoll ist auch nicht wirklich befriedigend. 22 Zoll sollen es also sein und mindestens FullHD in der Auflösung, bei mindestens 2048 Druckstufen unterstützen. Nun kommt einen direkt der Platzhirsch Wacom in den Kopf, also nachgeschaut und das Wacom Cintiq 22HD gefunden. Das Tablet passt perfekt auf die Anforderungen, doch der Preis (zu diesem Zeitpunkt über 1600 €) stößt sauer auf. Das K.O. Kriterium für das Wacom war also der Preis und auf der Suche nach günstigeren Alternativen bin ich auf das XP-Pen mit 22″, welches meine Anforderungen ebenfalls erfüllt, gestoßen. Mit einem Preis von knapp 570 € ist dieses tatsächlich erschwinglich und die Ersparnis im Vergleich zu dem Gerät von Wacom erheblich, doch kann es in Qualität und Handling mithalten?

Ich bin das Risiko eingegangen und habe es bestellt.

Bestellung und Lieferumfang

Ich habe bei Amazon bestellt und wie so üblich dauerte es gerade mal zwei Werktage bis der Paketmann bei mir klingelte und ein doch recht großes Paket abgegeben hat. Das Paket, mit doch recht unerwartet großen Ausmaßen beinhaltete ein weiteres Paket in welchem dann das Tablet samt Zubehör enthalten war.

Der Lieferumfang ist erstaunlich groß, so konnte ich neben dem Tablet/Monitor einiges an Zubehör auspacken:

  1. Tablet/Monitor selbst
  2. zwei wiederaufladbare Stifte samt Ladekabel
  3. Handschuh (zur Vermeidung von Fettschlieren und zum besseren Handling)
  4. VGA Kabel
  5. USB Kabel
  6. HDMI Kabel
  7. HDMI zu MAC Transferkabel
  8. Power Adapter + Power Kabel
  9. Stift Halter (8 Ersatzinen enthalten)
  10. Treiber CD
  11. englische Bedienungsanleitung

Installation

Den aktuellesten Treiber habe ich direkt von der XP-Pen Website für mein System geladen und installiert. Installation und Einrichtung hat problemlos geklappt, es wurde sofort erkannt und konnte genutzt werden.

Ich habe es per USB und HDMI an meinem Hackintosh angeschlossen, Windows Treiber gibt es ebenso. Weitere Anschlussmöglichkeiten wären VGA und DVI, so dass das Grafiktablett mit so gut wie jedem System benutzbar sein sollte.

In Aktion

Erst einmal möchte ich noch ein paar Worte zur Wertigkeit des Grafiktablets loswerden. Der Korpus an sich wirkt optisch etwas wie ein iMac und der Neigungswinkel des Tablets lässt sich mit einem Heben an der Rückseite stufenlos einstellen. Der variable Neigungswinkel ermöglicht so eine sehr angenehme Arbeitsweise, welche dem persönlichen Komfortempfinden angepasst werden kann. Positiv ist, dass zwei Stifte mitgeliefert werden, so dass ein Arbeiten mit dem zweiten Stift jederzeit möglich ist sollte der erste mal leer sein. Die Stifte sind ebenfalls gut verarbeitet könnten nur die Schaltwippe für Rechtsklicks usw. wackelt etwas. Für mein Empfinden könnte das Gewicht der Stifte ebenfalls etwas höher sein um ein noch komfortableres in der Hand liegen zu erreichen.

Nun aber zur Praxis. Eines sei vorweg gesagt, natürlich ist die Haptik auf der glatten Oberfläche des Displays nicht zu vergleichen mit der auf Papier oder „normalen“ angerauten Grafiktablets. Dennoch lässt sich der Stift gut über den Display führen. Ich habe jetzt schon Bilder aus zwei Shootings damit bearbeitet und dies sowohl in Lightroom als auch in Photoshop, welche 100% kompatibel mit dem Gerät und dessen Druckempfindlichkeit sind. Durch die 22″ und „nur“ FullHD Auflösung sind natürlich Pixel erkennbar, dies stört während der Retusche allerdings nicht. Es lässt sich präzise mit dem Stift arbeiten und auch mit der Druckempfindlichkeit lässt sich sehr gut die Größe der Werkzeuge in Photoshop variieren.

Fazit

Meiner Meinung nach ist das Gerät perfekt für die Fotoretusche geeignet, sofern man einen Zweitmonitor als Referenz mit hinzuziehen kann. Sowohl in Lightroom als auch in Photoshop konnte ich meinen Workflow während den Retuschearbeiten dank des XP-Pen um 1/3 beschleunigen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Werkzeuggrößen nicht manuell geändert werden müssen sondern per Druck gesteuert werden können. Ein weiterer Geschwindigkeitsvorteil kommt durch das präzisere Markieren / Zeichnen, welches so mit einer Maus nicht möglich ist. Für den oben genannten Preis ist das XP-Pen unschlagbar, denn es zeigt es muss nicht immer ein teures Markenprodukt sein.

Solltet Ihr Fragen haben zögert nicht diese in den Kommentaren zu stellen.

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